dsai   immun? Du schon - ich nicht!

Was ist ein angeborener Immundefekt?

Der Name drückt es schon aus: Ein angeborener Immundefekt ist eine Krankheit, die seit der Geburt besteht. Ein intaktes Immunsystem besteht aus einer Vielzahl von Bausteinen, die der Abwehr von Krankheitserregern dienen. Vereinfacht dargestellt: Im Blut werden Antikörper (Immunglobuline) gebildet, welche Viren, Bakterien und andere schädliche Eindringlinge erkennen und vernichten. Es gibt Millionen verschiedene Antikörper, die nach dem Schlüssel-Schloss-System Erreger erkennen können: Sie docken sich passgenau an den jeweiligen Erreger an und zerstören ihn.

Wenn nun ein Immundefekt vorliegt, fehlen bestimmte „Schlüssel“ – manche Feinde können nicht identifiziert werden. Der Körper wird mit den entsprechenden Krankheiten nicht mehr alleine fertig. Menschen mit einem angeborenen Immundefekt kämpfen mit häufig wiederkehrenden Infektionen (beispielsweise der Atem- oder Harnwege), die zudem schwer verlaufen und lange dauern. Häufig sind zusätzlich verschiedene Organe von Entzündungen betroffen. Die Mehrzahl der angeborenen Immundefekte kann vererbt werden.

Der Defekt selbst kann heute noch nicht behoben werden. Es stehen aber verschiedene Therapien zur Verfügung, die Infektionen verhindern und Organschädigungen vorbeugen. Der häufigste angeborene Immundefekt besteht im Fehlen oder in einem niedrigen Spiegel von Immunglobulinen (Antikörpern), was zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit führt. Die Betroffenen benötigen in der Regel eine lebenslange Therapie, bei der die fehlenden Antikörper ersetzt werden. Dies geschieht mit Medikamenten, die aus dem Blutplasma hergestellt werden, das andere Menschen gespendet haben.

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