Mehr Lebensqualität bei angeborenem Immundefekt

Beim häufigsten angeborenen Immundefekt ist die Immunglobulinproduktion nur unzureichend oder fehlt gänzlich.

Dies führt in erster Linie zu einer übermäßigen Anfälligkeit gegenüber Infektionen. Die Betroffenen müssen lebenslang mit menschlichem Immunglobulin (Antikörper, die Bakterien und Viren bekämpfen) behandelt werden.

Bis vor wenigen Jahren erfolgte die Immunglobulinsubstitution vorwiegend intravenös, seltener intramuskulär. Der Patient muß dazu in Abständen von zwei bis vier Wochen seinen Arzt oder die Klinik aufsuchen, um sich die Immunglobuline verabreichen zu lassen.
Zu dieser regelrechten Abhängigkeit (Behandlung muß auch während des Urlaubs, Dienstreisen usw. erfolgen), kommen die Risiken der intravenösen Therapie: Viren können übertragen werden, schlechte Verträglichkeit, usw.

Eine in Norwegen und Schweden seit Jahren praktizierte Therapieform bei angeborenen Immundefekten, die subkutane Applikation (Injektion von lebenswichtigen Immunglobulinen direkt unter die Haut), steht inzwischen auch den deutschen Patienten zur Verfügung.

Bei der subkutanen Applikation werden die für die Patienten lebenswichtigen Immunglobuline vom Patienten zuhause selbst injiziert.
Die subkutane Therapie, für deren Zulassung in Deutschland sich die DSAI über Jahre eingesetzt hat, bringt eine Reihe von Vorteilen, die nicht nur den direkt Betroffenen zugute kommen:

  • Studien beweisen, dass die subkutane Therapie, die die Betroffenen zuhause selbst durchführen, sehr gut vertragen wird.
  • Virusübertragungen und schwere Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
  • Die Lebensqualität der Kranken verbessert sich deutlich.
  • Außerdem kann mit der subkutanen Therapie ein gleichbleibender, annähernd normaler Serumspiegel erreicht werden.
  • Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil liegt auf der Kostenseite:
    Intravenöse Produkte liegen preislich - bedingt durch einen anderen Herstellungsprozess - höher als die subkutanen. Zudem entfallen durch die Heimtherapie die Behandlungskosten in der Klinik. Somit wird das ohnehin knapp bemessene Budget nicht unnötig belastet!

Fazit: Die subkutane Selbstbehandlung ist eine sichere und kostengünstige sowie auch für den Patienten akzeptable Lösung!

Ein Formular zur Dokumentation der Verordnung von Immunglobulinen für Ihren Arzt zur Einreichung bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) können Sie hier herunterladen.